Buchlieblinge des Monats meets Foodies for Sailors

Buchlieblinge des Monats meets Foodies for Sailors

Buchlieblinge des Monats meets Foodies for Sailors

 

Die offene See, ein arbeitsreicher Tag an der frischen, salzigen Luft geht zu ende. Das Boot gleitet ruhig in den von der Abendsonne beleuchteten Hafen. Das klingt doch alles ganz romantisch… Wären da nicht 8 hungrige, ausgewachsene Männer, die sich nicht mit einem leckeren Schnittchen zufrieden geben wollen. Und leider befindet sich an Bord auch nicht die vollausgestattete Traumküche mit Meerblick, in die der Smutje jetzt gehen kann. 

Die Realität sieht so aus, dass ein oder zwei mehr oder minder begabte Mannschaftsmitglieder, die sich immer wiederholenden Gerichte in der engen, nicht besonders gut ausgestatteten Küche zubereiten.

Abwechslung ist eher ein Fremdwort auf den Tellern der Seeleute und genau das wollen wir jetzt ändern. Markus vom Blog „Get on Board“  hat mich und noch einige andere geschätzte Foodblogger-Kollegen zu  seiner Blogparade „Foodies for Sailors“ eingeladen – eine Herausforderung der besonderen Art. Wir wollen mit unseren Kreationen frischen Wind in den eintönigen Kombüsenalltag bringen. Wir Blogger kreieren, kochen und verbloggen umsetzbare Gerichte für die Seefahrt. Die Gerichte werden dann auch auf ihre Seetauglichkeit geprüft und von erfahrenen Seemännern unter Livebedingungen nachgekocht (spannend!).

Die genauen Bordbedingungen findet Ihr hier in diesem Beitrag bei Markus auf „Get on Board“. So viel sei verraten, einfach wird das nicht. Das bringt mich jetzt auch direkt zu meiner Idee für die Jungs.

Im Februar haben Stevan Paul und Daniela Haug ihr ultimatives Handbuch „für Draussen und Unterwegs“ veröffentlicht. Zugegeben, im ersten Moment irritierend: Was will die denn jetzt mit dem „Open Air. Das Festival- & Camping-Kochbuch“? Was sich vielleicht auch erst auf den zweiten Blick erschließen mag. Beim Camping herrschen ähnliche, teils noch spärlichere Bedingungen wie in einer Kombüse. Auf dem Festland herrschen erschwerte Bedingungen wie keine Kühlung, wenig Platz oder ein mangelhaftes Lebensmittelangebot, um täglich schmackhaft frisch zu kochen. 

 

Buchlieblinge des Monats meets Foodies for Sailors

 

Die über viele Jahre entwickelten, teils sehr ausgefuchsten Tipps im Buch sind eine Offenbarung für jeden Reisenden oder in dem Fall jeden Seemann. Ganz unterschiedliche Merkzettel, Tipps und tolle Ideen zum platzsparenden Packen von Geschirr und Grundnahrungsmitteln erleichtern die Vorarbeit. 

Grossartig: das System der „trinkbaren Kühlelemente“ aus gefrorenen Wasserflaschen – bewältigt sowohl das Kühlproblem als auch den Platzmangel! Die Rezepte sind bunt gemischt, und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Sie sind einfach und schnell zu stemmen, immer mit einem kreativen Dreh a la Paul. 

Alle Rezepte sind mit kleinen Symbolen gekennzeichnet: zB. diejenigen, die gut zuhause vorbereitet werden und diejenigen, die sich für die unkomplizierte Zubereitung vor Ort eignen. Kreationen wie Fischpäckchen mit Oliven-Rauchmandel-Tapenade oder Pulled-Chicken-Burger treffen auf passende Begleiter wie Würzbutter und italienischen Reissalat.  Für den Gaskocher gibt es deftige One-Pot-Rezepte wie Salsiccia-Bohnen-Eintopf oder Lamm-Curry. Besonders Klasse finde ich die Rubrik „Astronautenfood“. Hier finden sich die Gerichte zum Vorbereiten, die vor Ort nur noch mit heißem Wasser vermengt werden müssen – klingt komisch, macht aber mit Rezepten wie Asia-Nudeltopf und Safran-Tomaten-Bulgur richtig Appetit.

Der komplette Reisetag ist im Buch abgedeckt mit Rubriken wie „Frühstück“ und auch „Zwischendurch & Energie“. Für die Hauptmahlzeiten morgens und abends finden sich Anregungen bei „Grillen Teil 1“. Hier geht es hauptsächlich um Beilagen und Basics. Im Abschnitt „Grillen Teil 2“ geht es deftig zur Sache mit vielen Fleisch-, Fisch- und Burger-Gerichten . 

Auch die zweite wichtige Energiequelle, der Gaskocher, wird ausgiebig behandelt . Dabei wird unterschieden, ob man auf dem Gaskocher „Aus der Pfanne“ oder „Aus dem Topf“ kocht. 

Und natürlich dürfen Rezepte zu Limonaden und Cocktails im Kapitel „Drinks & Erfrischungen“ nicht fehlen. Unter dem Titel „Pimp my…..“ gibt es eine kleine Einführung, wie man auch mit Fertigprodukten  schmackhafte Gerichte zubereiten kann. Seemänner wissen: manchmal geht es nicht anders. Genau dafür sind diese Ideen hilfreich.

 

Das Festival- & Camping-Kochbuch
von Stevan Paul, Fotos: Daniela Haug
Das ultimative Handbuch für Camping & Outdoor
Format: 19 x 24 cm
256 Seiten, 220 Abbildungen
Flexocover, € 29,90
Christian Brandstätter Verlag
ISBN 978-3-85033-928-5

#openairkochbuch

 

Mich verschlägt es heute zum Kapitel „Astronautenfood“. Hier können Seemänner die komplette Vorbereitung in der heimischen Küche erledigen. In der Kombüse erleichtern sie damit den Smutjebefohlenen die Arbeit: der Beutelinhalt muss nur noch fix mit kochendem Wasser aufgegossen werden! Kein Crewmitglied muss mehr verlassene Hafenstädte oder geschlossene Läden fürchten – es ist alles im Beutel und kann innerhalb kürzester Zeit genossen werden.

 

Buchlieblinge des Monats meets Foodies for Sailors

 

Buchlieblinge des Monats meets Foodies for Sailors

 

Djuvec-Kritharaki

Griechische Reisnudeln nach Djuvec-Art

Für 6-8 Personen

  • 500g Kritharaki (Griechische Reisnudeln)
  • 2 EL Bio-Gemüsebrühe
  • 3 EL Paprikapulver, edelsüß
  • 1 TL Paprikapulver, rosenscharf
  • 2 TL Thymian
  • 2 TL Oregano
  • 20g getrocknete Steinpilze
  • 100g getrocknete Softtomaten

Steinpilze und Softtomaten mit einer Schere klein schneiden und mit den restlichen Zutaten mischen. In eine Dose oder einen Zipper-Beutel füllen und gut verschließen.

Zubereitung an Bord:

2L Wasser in einem ausreichend großen Topf aufkochen. Beutelinhalt einrühren und zugedeckt bei mittlerer Hitze 10 garen. Weitere 10 Minuten bei geschlossenem Deckel und ausgeschalteter Flamme ziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

 

 

Aprikosen-Grießbrei

Für 6-8 Personen

  • 600g getrocknete Aprikosen
  • 2 Vanilleschoten
  • 8 EL Zucker
  • 250g Weichweizengrieß
  • optional: 50g Kokoswürfel, getrocknet

Vanilleschoten halbieren, Mark herausschaben und mit den restlichen Zutaten mischen. In eine Dose oder einen Zipper-Beutel füllen und gut verschließen. Wer es exotischer mag gibt noch 50g getrocknete Kokoswürfel dazu – aber Vorsicht – dann den Zucker um 2 EL reduzieren.

Zubereitung an Bord:

2L Milch in einem ausreichend großen Topf aufkochen. Beutelinhalt einrühren und 5 Minuten bei milder Hitze zu einem cremigen Brei rühren. Weitere 5 Minuten bei geschlossenem Deckel und ausgeschalteter Flamme ziehen lassen.

Tipp: Reste schmecken auch kalt zum Frühstück.

 

Buchlieblinge des Monats meets Foodies for Sailors

 

Was bisher geschah und was Euch noch erwartet bei der Blogparade „Foodies for Sailors – What shall we do with the hungry sailors?“:

  • Markus aka Backbube eröffnet mit „Dreierlei Fladenbroten aus der Pfanne
  • Anna von Anna im Backwahn ein leckeres Rezept für einen „Mediterranen Nudelsalat“
  • Annkathrin von Kochblog-Action serviert einen „Reistopf“
  • Mathias von Grand Gourmand überraschte mit „Xinxim de Galinha“
  • Constanze von Das wunderbare Leben präsentiert „Gefüllte Pfannkuchen“
  • Lena von auf LenasFoodForFriends zaubert „Reissalat mit Crostini“
  • am 18. April tischt Juliane von Schöner Tag noch eine „One Pot Pasta“ auf
  • am 19. April versüßt uns Mara von Life is full of Goodies  mit „French Toast“ das Leben

 

Vielen Dank an Markus für diese tolle Idee und an Anni von Pötit für die wunderbaren Logos und Grafiken zur Blogparade.

5 Comments

  • Vielen Dank für deinen Artikel und Beitrag zur Blogparade, liebe Kerstin :). Die Idee das Vorzubereiten und dann innerhalb von Minuten zu zubereiten hat auf jeden Fall seinen Reiz und ist unschlagbar wenn der Magen knurrt und schnell was ordentliches her muss 🙂

  • Liebe Kerstin,

    da hatten wir mit der Djuvec-Würzung wohl genau den gleichen Gedanken. Das passt wirklich herrlich zu Kroatien.
    Das Astronautenfutter klingt toll und ist auch super was mehrtägige Wanderungen 🙂
    Liebe Grüße,
    Lena

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