Vanille? Wo kommt sie her?

Vanille? Wo kommt sie her?

Weisst Du, woher die Vanille stammt? Madagaskar! Die erste Antwort, die auch ich sofort gebe. Aber wo die Vanille ursprünglich und wirklich herkommt, das erzähle ich Dir jetzt:

Vanille! Arriba! Andale!

 

 

Die Vanille kommt nämlich ganz ursprünglich aus Mexiko. Das weiß nur keiner. Verraten haben mir das Anna & Sebastian Löffler – die Macher hinter www.lavanilla.de

Hier kommt unser kleines Interview:

Wie habt Ihr die Vanille in Mexiko entdeckt?

Das war eigentlich reiner Zufall. Wir sind beide sehr reisebegeistert und Freunde von uns schwärmten so von der Vanille auf La Réunion und deren Verwendung bei so vielen Gerichten, süß wie salzig, und dass die Vanille dort so anders sei als diejenige, die es bei uns so im Supermarkt gibt. Viel weicher etc.

Daraufhin hatten wir als große Vanille Fans, einfach mal recherchiert und dabei herausgefunden, dass die Vanille ursprünglich aus Mexiko kommt. Das hat uns sehr erstaunt, da hier in Deutschland und Europa eigentlich immer nur die Rede von Bourbon Vanille, meist aus Madagaskar, ist.

Nun sind wir nicht nur Vanille Liebhaber sondern auch begeistert von der spanischen Sprache, der Kultur, der Landschaft und der Leute Mexikos. Durch mehrere Reisen, Projekte, Praktika und tiefe Freundschaften haben wir einen ganz speziellen Bezug zu diesem Land.

Reisen, Spanisch sprechen, und eines der verführerischsten Gewürze der Welt – das klang nach einer tollen Kombination für ein aufregendes Startup.

 

Wann war Euch klar, dass Ihr die aromatischen Schoten nach Europa bringen wollt?

Das war bereits im Oktober 2013, auf dem Entrepreneur-Summit in Berlin. Dort haben wir dann auch die Marke LaVanilla gegründet. Eine Homepage war recht schnell erstellt, allerdings hatten wir aus Zeitgründen das „Vanilleprojekt“ nicht aktiv weiter getrieben. Anna hatte damals noch an ihrer Masterarbeit geschrieben und Sebastian war voll im Maschinenbau-Familienunternehmen eingespannt. Mit der Geburt unseres Sohnes Louis Carlos im November 2015, haben wir eigentlich erst so richtig losgelegt – Anna hatte die Idee, neben der Elternzeit das Start-up weiter aufzubauen.

Wir haben einfach angefangen zu recherchieren und zu telefonieren und sind mit etwas Hartnäckigkeit und interessanten Gesprächen zu mehreren Zulieferern gekommen.

Gleichzeitig haben wir uns einige Schoten schicken lassen und sind damit zu ein paar befreundeten Köchen und Eisdielen gefahren, um auch von Profis unsere LaVanilla-Schoten beurteilen zu lassen.

 

Sind die Schoten fair gehandelt?

Ja, wir legen viel Wert darauf, dass Waren, und besonders solche, die sehr arbeitsintensiv sind, auch anständig gehandelt werden. Bei der Vanille ist es ja so, dass jede Blüte von Hand bestäubt werden muss, und zwar innerhalb weniger Stunden, in welcher sie blüht. Verpasst man den Augenblick der Blüte, wird die Orchidee keine Vanilleschoten hervorbringen. Daher müssen die Bauern auf der Plantage ihre Blüten immer genau im Blick haben und rechtzeitig zur Stelle sein.

Die Plantage, von welcher wir die Vanille beziehen, weiß die Arbeit ihrer Bauern zu schätzen und bezahlt sie daher angemessen (über dem mexikanischen Durchschnittsgehalt). Es gibt einfachere Möglichkeiten, Geld zu verdienen, der Vanilleanbau ist etwas sehr arbeitsintensives. Von unseren Bauern vor Ort wurde uns erklärt, dass man die Vanilleorchidee zärtlich wie eine Frau behandeln muss. Interessanterweise werden für die Befruchtung nur Männer eingesetzt, um Eifersüchteleien vorzubeugen – so hat man es uns erzählt.

Fakt ist, dass die Orchidee gerade einmal 4h im Jahr blüht und befruchtet werden kann. Dabei ist die Blüte sehr stimmungsvoll und reagiert schnell auf störende Einflüsse, in dem sie sich schließt. Wird sie einmal befruchtet, dauert es ca. 9 Monate bis aus der Blüte die volle Vanilleschote gereift ist.

LaVanilla bezieht die Schoten direkt von der Plantage, zum dortigen Einkaufspreis. Durch den Verzicht auf Zwischenhandel können wir das zweitteuerste Gewürz der Welt zu einem fairen Preis anbieten (zum Vergleich, im Supermarkt kostet eine Bourbon Vanilleschote durchschnittlich 2,40€ und wiegt ca. 1g. Unsere mexikanischen Vanilleschoten wiegen ca. 5g, haben einen hohen Vanillin Gehalt, und kosten in der Familienpackung (15 Schoten) ebenfalls 2,40/Schote. Je größer die Abnahmemengen, desto günstiger wird dann natürlich auch die einzelne Schote.

 

Was ist mit bio?

Bisher ist LaVanilla noch nicht Bio-zertifiziert, in mittelfristiger Zukunft streben wir aber eine Bio-Zertifizierung an.

 

Wo waren Eure größten Hürden?

Eine der größten Hürden und natürlich auch mit die spannendste Herausforderung war es, überhaupt bekannt zu werden und die Kenner von unserer einmaligen Qualität zu überzeugen. Einen Webshop aufmachen, bei Amazon einstellen und fertig – so einfach war es dann doch nicht. Wir haben am Anfang sehr viel mit Köchen gesprochen, sind viel essen gegangen, um noch mehr über den Einsatz von Vanille und die Unterschiede zu erfahren (ein teures und auch sehr leckeres Vorgehen☺). Man muss auch sagen, dass wir am Ende viele Unterstützer gefunden haben, die einmal unsere Vanille probiert hatten und dann voller Begeisterung von uns erzählt haben. Die beste Werbung, die man haben kann. So wurden wir immer weiter gereicht, von Gourmet Restaurants zu Eisdielen zu Patisserien, und sind sogar auf das Event „Koch des Jahres“ und „Patissier des Jahres“ mit unseren LaVanilla Schoten eingeladen worden.

 

Wo liegt der Unterschied zu den Schoten aus Madagaskar?

Die Schoten aus Madagaskar werden zum größten Teil auf Masse gezüchtet und früh geerntet. So viel wir mitbekommen haben, wird dort mehrmals im Jahr geerntet. In Mexiko nur einmal.

Mexiko ist neben den anderen Vanilleanbauländern das Ursprungsland der Vanille. Nur dort gibt es eine Bienenart, die die Orchideen befruchtet. Schon die Azteken haben damals mit Vanille eine Art Schokoladengetränk verfeinert. Dabei wurden der Vanille schon damals aphrodisierende, heilende und verführerische Wirkungen nachgesagt.

Erst die Spanier und später die Franzosen haben die Vanille berühmt und zu einem Massenprodukt gemacht. Aus Mexiko jedoch kommt nach wie vor eine der besten Vanilleschoten der Welt.

Sie hat eine besondere unaufdringliche Süße im Geschmack und hat im Vergleich zu anderen Vanillesorten mit den höchsten Vanillin Gehalt. Bei LaVanilla gehen wir noch einen Schritt weiter und nehmen wiederum nur die besten und feinsten Schoten eines Jahrgangs. Das ist ein bisschen wie bei gutem Wein: nach der Befruchtung werden bestimmte Blüten abgeschnitten, um Nährstoffe und Energie noch intensiver in die vorhandenen Schoten zu bringen. Die Menge wird dabei reduziert, doch die Qualität steigt immens. Auch hier verlassen wir uns auf unsere Kunden-Experten, wie zum Beispiel Alexander Grunert (Pastry Chef in Manhattan, New York) der uns sagte: „Für mich ist die mexikanische Vanille die beste Vanilleschote schlechthin. Saftig, aromatisch und unglaublich ergiebig. Daumen hoch für LaVanilla – Vom Ursprung wirklich das Beste!“

 

Vanille! Arriba! Andale!
LINKS im Bild: Bio Bourbon Vanille RECHTS im Bild: Mexico Vanille

 

Wie lagere ich die Schoten am besten?

Vanilleschoten sollten kühl, lichtgeschützt, trocken und luftdicht bei 15-20°C gelagert werden. Sehr gut eignet sich z.B. ein Kartoffelkeller. Insgesamt können die Schoten vakuumiert bis zu 3 Jahre gelagert werden.

 

Habt Ihr ein Lieblings-Vanille-Rezept?

Das ist schwer, da man so viele tolle Dinge mit Vanille zaubern kann. Anna liebt ja Créme brulée, ein französischer Klassiker, der mit Vanille besonders fein schmeckt. Was uns aber auch wirklich hingerissen hat, war ein ganz klassischer Sahnepudding, selbst gekocht, mit unserer Mexiko-Vanille. Dabei hat sich das Vanillearoma herrlich entfaltet und es hat so schön geknackt zwischen den Zähnen. Unsere Vanilleschoten haben nämlich eine große Menge an Samen, die den Gerichten zusätzlich zum wunderbaren Aroma noch einen köstlichen „Biss“ verleihen. Hmmm!

 

Ich mag Vanille auch gerne in herzhaften Rezepten verarbeiten – tut Ihr das auch?

Ja, und zwar die ausgekratzte Schale einer Vanilleschote klein geschnitten auf gegrilltem Rindfleisch und in mediterranem Gemüse – das ist sehr fein und exotisch. Oder auf gegrilltem Lachs macht sich Vanille sehr gut. Eine schöne Vanille-Ente haben wir ebenfalls regelmäßig auf dem Tisch.

 

Vielen Dank Anna & Sebastian für das tolle Interview! Ich bin ganz begeistert von der Wahnsinnig tollen Qualität und mein Sohn will seine Leibgerichte nur noch mit Euren tollen Schoten zubereitet!

Euch Beiden wünsche ich von Herzen ganz viel Erfolg und ich will noch ganz viel über Euch lesen und hören.

 

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