Kinderkochbücher und eine zweite Chance

Die Essenszeit ist eine der wenigen Gelegenheiten am Tag für uns bei der wir alle beieinander sitzen und auch Zeit füreinander haben. Allerdings verlaufen diese Abendessen nicht ganz so, wie wir sie uns wünschen. Ich hatte bereits hier darüber berichtet, wie schwer es ist, meinen Sohn zu überzeugen, dass es sich sehr lohnt, auch mal über seinen mit Spätzle gefüllten Tellerrand zu schauen.

Für meine Leidenschaft das Kochen schaue ich mich sehr oft nach schönen Neuentdeckungen auf dem Kochbuchmarkt um, was ich aber immer links liegen lasse sind Kinder- oder Familienkochbücher. Meine bisherigen Erfahrungen in Form von Hamsterkäufen während und in der ersten Zeit nach der Schwangerschaft, verzweifelndes Klammern an Beikostbücher gekoppelt mit dem Familientisch konnten mich und vor allem auch Maximilian nicht wirklich erleuchten.

Mit „Kinder kocht!: Wir kochen und backen uns durch das ganze Jahr“ und „Kinder, an den Herd!“ von Claudia Seifert, Gesa Sander, Julia Hoersch und Nelly Mager aus dem AT-Verlag schöpfe ich wieder Hoffnung, dass mein Sohn und das Essen doch ein Happy End miteinander haben können.

 

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„Kinder kocht!: Wir kochen und backen uns durch das ganze Jahr“

Ich hatte schon einige Kochbücher für Kinder vor mir und ich kann sagen, dass diese hier ein außergewöhnlich schönes Kinderkochbuch ist, nicht nur für Kinder. Es ermuntert die Kids zum mitmachen und ausprobieren – bei Rezepten und schönen Basteleien passend zu jeder Jahreszeit. Durch die fröhliche Gestaltung des Buches wirkt es fast wie ein Fotoalbum und selbst Maximilian hat es bis zur letzten Seite durchgeblättert.

Die Rezepte reichen vom süßen Osterlamm über Fish ´n´Chips bis hin zu leckeren Kartoffelklößen mit Pilzrahmsauce. Die übrig gebliebenen Eierschalen vom Omelette mit Champignons, Paprika und Käse werden in der Versuchsküche kurzerhand in Kresse-Eierköpfe umfunktioniert. Da steht sogar mein Kleiner (okaaaay, er ist schon 6 Jahre alt) gerne in meiner Küche. Die Kinder werden durch die jahreszeitliche Gliederung der Themen und Zutaten auch gleich ohne Fingerzeig an eine saisonale Küche herangeführt, das gefällt mir ausgesprochen gut.

Das Buch beginnt mit „Infos rund ums Kochen“ – was brauche ich in der Küche, wie schneide ich was, welche Kochmethoden gibt es und wie sieht gesunde Ernährung aus.

Anschließend geht es an die Rezepte in folgender Kapitelaufteilung:

  • Frühling (Junges Gemüse & Eier)
  • Sommer (Beeren, Freibad & Rund um die Welt)
  • Herbst (Survival & Äpfel)
  • Winter (Kartoffeln, Mir geht’s nicht gut (Hühnersuppe & Co.) & Silvester)

Den Abschluss macht ein ausführliches Rezeptregister.

 

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„Kinder, an den Herd!“

Maximilian reißt mir begeistert das Buch aus der Hand und beginnt sofort hektisch Gläser aus der Küche zu holen, Wasser schwappt über meinen Holzesstisch und ehe ich einschreiten kann plumpsen Eier in die Gläser. Kinderaugen schauen mich erwartungsvoll an und ich beginne das Küchenexperiment „Ist das Ei frisch“ vorzulesen. Es ist das erste Experiment von vielen, das Max mit Hingabe durchführt.

Das Buch selbst ist wie schon sein Vorgänger sehr ansprechend gestaltet, viele Bilder und wundervolle Zeichnungen, die ich gut finde aber auch den kleinen Mann neben mir zum schmökern anregen.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis über die enthaltenen Gerichte, die darin vorgestellt werden. Die Rezepte und auch die Erklärungen sind genau richtig, denn sie überfordern die Kinder nicht, regen zum Nachdenken, Nachfragen und Experimentieren an und das ist der erste und wichtigste Schritt um die Neugier der Kleinen zu wecken und auch zu erhalten.

Die Gerichte sind in die folgenden Kapitel unterteilt:

  • Neues aus der Brotdose
  • Kinderklassiker neu interpretiert
  • Frühstücksmuffel
  • Ruckzuckgerichte für die ganze Familie
  • Märchenküche
  • Spontanküche aus dem Vorratsschrank
  • Großeltern-Rezepte
  • Wir spielen Restaurant

Auch hier bildet der Abschluss macht ein ausführliches Rezeptregister.

 

Mein Fazit…

…ist, dass diese Bücher ganz toll mit meinem Kind harmonieren. Maximilian blättert, bestellt Gerichte und taucht dann und wann in der Küche auf um zu schauen was ich mache. An guten Tagen schnippelt er mit. Natürlich sind beide Bücher keine Garantie, dass er jetzt plötzlich zum unkomplizierten Allesesser wird. Ich darf zwar Rezepte aus den Büchern zubereiten, aber wie nicht anders zu erwarten muss ich z.B. beim Omelette die Paprika raus lassen, Pilze, ja, Pilze gehen. Kleine Schritte und nicht überfordern, auch wenn’s mir als Mutter bisweilen schwer fällt.

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