Unterwegs in Stuttgart

Spätzlekämp in Stuttgart

 

Spätzlekämp in Stuttgart 

…und ich mittendrin. Einige liebe Menschen waren an einem sonnigen Wochenende im Februar von Birkel und Stevan Paul ins Spätzlekämp Stuttgart eingeladen worden um neue, ausgefallene Rezepte rund um das schwäbische Nationalgericht zu kreieren.

Das wichtigste zuerst: ‚Schbäddzle‘ (hochdeutsch: Spätzle) sind keine Nudeln (der Teig wird gepresst und anschließend getrocknet) und Spätzle (vor dem Trocknen in Wasser gekocht. Das gibt ihnen eine raue Oberfläche, die besonders gut Soßen aufnehmen kann) schmecken natürlich selbstgemacht am besten! Der Normalsterbliche, voll berufstätige, wird sich im Normalfall die Spätzle fertig im Supermarkt kaufen und diese zuhause fix zubereiten. Aber es ist so simpel und einfach, hausgemachte, leckere Spätze zu schaben, probiert es aus!

Wir alle kennen die Spätzle mit Fleischbrühe, Kartoffeln und Rindfleisch als ‚Gaisburger Marsch‘, mit Sauerkraut und Maultäschle als Beilage zu einem köstlichen Rostbraten, als ‚grööschde‘ Spätzle in der Pfanne mit einem Ei aufgebacken zur herzhaften Vesper oder mit viel Käse und schmelzigen Zwiebeln überbacken als die oberkalorienbombige ‚Kässpätzle‘. Auch in der schönen Pfalz wurden, meist an Feiertagen die Spätzle in einer großen Pfanne in frischer Butter geschwenkt und auf einer Platte angerichtet um mit viel gerösteten Semmelbröseln bestreut zu werden. Nicht nur unter uns Kindern begann so mancher Krach am Tisch zu der Frage, wer die meisten Semmelbrösel bekommt. Glücklicherweise kamen bei diesen Auseinandersetzungen nur die Spätzle zu schaben.

Spätzlekämp in Stuttgart

 

In meiner Küche finden sich eine jungfräuliche Spätzlepresse und ein gelöchertes Schabedingens für Knöpfle, die so klein sind, dass der Verzehr der kleinen Dinger zur echten Herausforderung wird. Ich finde: handgeschabt ist immer noch am leckersten. Zwar hatte ich bisher kein Spätzlebrett, aber dank Birkel besitze ich jetzt sogar eines mit eigenem „Branding“. Meine ersten Spätzleversuche wären sicher mit Pauken und Trompeten in Brüssel an der Schbäddzle-EU-Norm vorbei gerauscht, aber die gibt es zum Glück nicht.

 

Spätzlekämp in Stuttgart

 

Drei Teams waren fix gebildet und dann hieß es schon: Auf die Spätzle, ferdich, sooß! Gemeinsam mit meinen beiden Herzensdamen Uwe (Highfoodlaity) und Alex (Chef Hansen) haben wir ein für mich grandioses 3-Gang-Spätzle-Menü hingelegt. Dass wir das Schlagen vom Teig und das Schaben der Spätzle von Hand erledigen war natürlich Ehrensache. 

Gezaubert haben wir folgendes Spätzle-Menü:

 

Sesamspätzle, Lachsfilet im Pfeffermantel auf Wakamesalat

Schwäbische „Himmel & Aäähd“ mit Boudin-Noir-Spätzle 

Mohnspätzle mit Vanille-Bourbon- Sauce und Suechuan-Blutorangenragout

 

Das Rezept für den ersten Gang gibt es heute bei mir, Hauptgang und Dessert werdet Ihr ganz bald bei Uwe und Alex finden.

 

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Spätzlekämp in Stuttgart

Am Abend gab es dann in der Superschanke noch eine herrliche Sause bei Wein, Weib und Gesang. Danke an Birkel für dieses tolle Event, es war mir ein großes Vergnügen!

Spätzlekämp in Stuttgart

 Spätzlekämp in Stuttgart

Spätzlekämp in Stuttgart

 

Sesamspätzle, Lachsfilet im Pfeffermantel auf Wakamesalat

 
Für das Lachsfilet
  • 1 Lachsfilet, sushiqualität, ca. 200g
  • 2 EL Szechuanpfeffer
  • 2 EL grüner Pfeffer, getrocknet
  • 1 Zitrone, Bio
  • Meersalz
Für den Wakamesalat
  • 20g Wakame-Algen (z.B. aus dem Asiamarkt; getrocknet)
  • Ingwer, ca. 4cm
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Bund Koriander
  • 1 rote Chilischote
  • 1 Limette, Bio
  • 1-2 EL Sojasauce
  • 1 Stück Zitronengras
  • 1 EL Sesam, geröstet
  • Meersalz
Für die Spätzle
  • 2 Eier (L)
  • 150g Mehl
  • 50ml Wasser
  • Salz
  • 1 EL Sesam, geröstet
  • 1 EL Sesamöl

Wakame im kaltem Wasser für 10 Minuten einweichen, ausdrücken, in mundgerechte Stücke schneiden. 2 EL gehackte Algen für den Spätzleteig beiseite stellen. Ingwer und Knoblauch schälen und fein reiben, Koriander grob hacken und 2/3 zu den Algen geben. Chilischote mit Kernen fein hacken, mit Limettenabrieb, -saft, Sojasauce, 1 EL Sesam und Sesamöl ebenfalls zugeben und alles gut vermengen. Zitronengras zerdrücken und in die Schüssel legen, so kann bis zum servieren das Aroma in den Salat einziehen.

Eier mit Wasser und Wakame verquirlen. Mehl, 1 EL Sesam und eine gute Prise Salz zu einem glatten Teig verarbeiten.

So lange mit Greifbewegungen schlagen, bis er eine cremige Konsistenz bekommt, Blasen wirft und seidig glänzt.

Zugedeckt ruhen lassen. Anschließend wird geschabt, dazu das Spätzlebrett und den Schaber zum Anfeuchten kurz ins siedende Wasser halten. Ein bis zwei Löffel Teig auf das Brett geben, das zugespitzte Ende an die Wasseroberfläche halten und mit dem Schaber sehr kleine Stücke vom Teig direkt in den Wassertopf schaben. Die fertigen Spätzle mit dem Schaumlöffel in eine Schüssel abschöpfen und warmhalten.

Lachs waschen und trocknen. Szechuan- und grüner Pfeffer mörsern. 1 EL Sesam mit Meersalz fein mörsern. Lachs mit dem Pfeffer „panieren“ und in einer beschichteten Pfanne nur ein paar Sekunden pro Seite anbraten, sofort aus der Pfanne nehmen und beiseite legen.

Zum Servieren die Spätzle in einer Pfanne mit etwas Sesamöl schwenken, mit Wakamesalat und dem restlichen Koriander auf einen Teller setzen. Lachs mit etwas Zitronensaft beträufeln und mit Sesamsalz bestreuen, anschließend dünn aufschneiden und auf den Salat anrichten.

1 Comment

  • Hallo Kerstin,
    auf den ersten Blick eine sehr gewagte Kreation. Und als „Halbschwabe“ auch eher Tendenz unmöglich. Beim genauen Lesen und dem Betrachten der Bilder wechselt die Ansicht jedoch schnell in „spannend bis werde ich probieren“.
    Liebe Grüße
    Micha

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